Nachhaltiger Konsum schützt das Klima

Konsum 02.12.2022

Nachhaltiger Konsum – schützt unsere Erde und unser Klima

Unser Konsum ist für einen hohen Verbrauch wertvoller Ressourcen verantwortlich. Die meisten dieser Ressourcen sind aber begrenzt. Ein nachhaltiger Konsum ist daher entscheidend, um Umwelt und Klima zu schützen.


Um Produkte und Waren erzeugen und transportieren zu können, müssen Rohstoffe eingesetzt werden. Diese werden aus Pflanzen gewonnen oder aus der Erde als Bodenschätze gefördert und stehen uns nicht in beliebig großen Mengen zur Verfügung. Auch Wasser und Energie sind in allen Herstellungsprozessen und beim Transport unverzichtbar. Ein nachhaltiger Konsum ist daher entscheidend, um Umwelt und Klima zu schützen sowie langfristig eine hohe Lebensqualität zu erhalten.

2015 haben die Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen 17 globale Nachhaltigkeitsziele – Sustainable Development Goals, kurz SDG – verabschiedet. Sie sollen ein gutes Leben für alle im Rahmen der planetarischen Grenzen ermöglichen. Neben dem Pariser Klimaschutzabkommen geben die SDG-Nachhaltigkeitsziele eine wesentliche internationale Orientierung für den Schutz der Erde mit ihrer wachsenden Weltbevölkerung. Durch das SDG 12 zum Beispiel sollen nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sichergestellt werden.

Baden-Württemberg verfolgt eine Nachhaltigkeitsstrategie und eine Ressourceneffizienzstrategie, um Ressourcen besser und effizienter zu nutzen. Ein Ziel lautet, die Ressourcenproduktivität durch Ressourceneffizienztechnologien zu erhöhen.

Ökologischer Fußabdruck – Zeuge unseres Konsums 

Wie wir leben, was wir kaufen und was wir essen ist Abbild unseres Lebensstils. Der Preis für unsere Art zu wirtschaften und zu leben ist insbesondere in industrialisierten Staaten sehr hoch. Jahr für Jahr verbrauchen wir mehr Ressourcen als die Erde aus eigener Kraft erneuern kann.

Laut einer Studie des World Wide Fund For Nature (WWF) bräuchten wir mit unserem derzeitigen Lebensstil in Deutschland drei Erden, um unseren Flächenbedarf zu decken. Das ist die Fläche, die wir für Energie und Rohstoffe zur Herstellung von Produkten benötigen. Nur stehen uns drei Erden nicht zur Verfügung. Das bedeutet, wir leben über die planetaren Grenzen hinaus auf viel zu großem ökologischen Fuß.

Ein Grund dafür ist, dass wir mit den erzeugten Produkten oft nicht sonderlich achtsam umgehen. Wegwerfprodukte und eine kurze Produktlebenszeit lassen die Abfallmengen wachsen. Oft ist eine Wiederverwendung etwa durch Reparatur möglich. Ohne ein Wiederaufbereiten (Recycling) gehen die in den Produkten enthaltenen Rohstoffe unwiderruflich verloren. Abhilfe kann hier die Kreislaufwirtschaft schaffen. Mit ihr sollen zirkulierende Stoffströme entstehen, was Ressourcen schont und dafür Sorge trägt, dass weniger Rohstoffe zur Herstellung von Waren benötigt werden. Neben Effizienz und Konsistenz brauchen wir Ansätze, die den Ressourcenverbrauch insgesamt verringern (Suffizienz).

Neue Wege zu einem nachhaltigen Konsum entdecken

Nachhaltig zu konsumieren, bedeutet achtsam mit den weltweit begrenzten Rohstoffen umzugehen. Wir können zum Beispiel unsere Konsumgewohnheiten hinterfragen oder auf nachhaltige Gütesiegel beim Kauf von Produkten achten. Damit leisten wir aktiv einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Denn mehr als ein Viertel aller Treibhausgasemissionen gehen allein auf den Konsum privater Haushalte in Deutschland zurück.

Pro Person liegt der Ausstoß an in Deutschland im Schnitt bei 11 Tonnen (CO₂e). Global gesehen bestehen große Unterschiede im Konsumniveau. Der durchschnittliche deutsche Pro-Kopf-CO₂-Ausstoß für Konsum liegt mehr als 60 Prozent über dem Weltdurchschnitt.

Klimaverträglich wäre ein weltweiter Pro-Kopf-Ausstoß von unter einer Tonne – siehe Grafik des Umweltbundesamtes. Um das zu erreichen, wäre eine Minderung des Treibhausgasausstoßes pro Person um rund 95 Prozent zum gegenwärtigen Stand nötig. Das hieße dann, den CO₂-Fußabdruck von gegenwärtig 11 Tonnen pro Kopf auf eine Tonne zu reduzieren.


Mit unserem Verhalten und unserem Konsum hinterlassen wir unseren eigenen, persönlichen ökologischen Fußabdruck. Wie hoch Ihr ökologischer Fußabdruck ist, können Sie mit dem CO₂-Rechner des Umweltbundesamtes ermitteln.

Klimabewusst konsumieren – wie es funktioniert 

Klimabewusster Konsum fängt schon vor der Kaufentscheidung an: Benötige ich das Produkt wirklich? Ist es nachhaltig erzeugt? Wo kommt es her? Was sagen andere Menschen zu dem Produkt?

Viele Produkte und Waren stehen zudem heute in gebrauchter Form zur Verfügung. Durch die Weiternutzung von Kleidung, Möbeln, Haushaltsgeräten und Gegenständen lässt sich deren Lebenszeit verlängern. Neben Gebrauchtwarenläden und Antiquariaten gibt es Floh- und Trödelmärkte. Ebenso können auch im privaten Kreis „Tauschpartys“ dazu beitragen, dass nicht mehr benötigte Waren und Gegenstände einen neuen Besitzer oder eine neue Besitzerin finden. Das schont den Geldbeutel und verkleinert den eigenen ökologischen Fußabdruck. Zudem lassen sich so jede Menge Abfälle vermeiden.

Wie beim Thema Energiesparen gilt: Jedes nicht erzeugte oder verwendete Produkt spart Ressourcen und Treibhausgasemissionen ein.

Zehn Tipps für einen klimabewussten Konsum 

  • Weniger Neuware kaufen und auf Überflüssiges komplett verzichten ()

  • Die Lebenszeit von Produkten und Waren durch einen achtsamen Gebrauch und eine entsprechende Pflege verlängern

  • Kaputte Dinge wie Kleidung, Schuhe und kleinere Geräte reparieren oder reparieren lassen. In vielen Kommunen gibt es auch Repair-Cafés, wo Sie unter Anleitung Ihre Gebrauchsgegenstände selbst reparieren können

  • Abfälle sind oft Wertstoffe oder Rohmaterial, die durch Wiederverwendung weitergenutzt werden können. Beim Recycling erfolgt die Weiternutzung durch Zerlegen der Gegenstände in deren ursprüngliche Bestandteile, beim entsteht aus gebrauchten Materialien und Produkten ein neues Produkt

  • Nicht mehr genutzte Produkte weitergeben – zum Beispiel verschenken, verkaufen oder spenden – andernfalls wertstoffgerecht entsorgen

  • Geräte, Haushaltsgegenstände, Produkte, Fahrräder und Autos mit anderen teilen und anstelle von neu kaufen und besitzen, besser leasen oder mieten

  • Auf modulare Bauweisen und die Recycelbarkeit von Produkten achten

  • Auf Inhaltsstoffe, umweltfreundliche Verpackungen, Herstellerangaben und Herstellungsort beim Kauf von Produkten achten – möglichst regional kaufen

  • Auf eine bewusste Ernährung setzen: Sich gesund mit frischen Produkten, idealerweise aus ökologischem Anbau, ernähren und den Fleischkonsum reduzieren. Und nur so viel kaufen, wie auch gegessen wird, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken

  • Produktkennzeichen als Güte-Siegel für nachhaltige Produkte wahrnehmen, wie zum Beispiel der Blaue Engel, das Global Organic Textile Standard-Siegel (GOTS) oder das Transfair-Siegel Fairtrade

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Online-Plattformen und Online-Shops, die sich auf das Angebot nachhaltiger Produkte spezialisiert haben. Sie berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien und bieten oft auch die Möglichkeit eines CO₂-Emissionsausgleichs für die Lieferung der Produkte. Einige bieten die Möglichkeit, nicht mehr gebrauchte Gegenstände, Kleidung oder Elektronik zu verkaufen. Ebenso können hier auch selbst produzierte Erzeugnisse angeboten werden.

Bei nicht vermeidbaren Treibhausgasemissionen stellen Kompensationen eine Möglichkeit dar, den entstanden Schaden auszugleichen. Hier gibt es einige Anbieter, die sich auf die Kompensation spezialisiert haben. Ebenso kann durch gesellschaftliches Engagement zum Mitmachen beim CO₂-Einsparen angeregt werden. Informationen dazu finden Sie in der Denkwerkstatt Konsum.

Kurz: Nachhaltiger Konsum ist ein Gegenentwurf zur Wegwerfmentalität

Konsumentinnen und Konsumenten haben mit ihrem persönlichen Lebensstil sowie ihrem Konsum- und Kaufverhalten großen Einfluss darauf, welche Art von Produkten und Waren erzeugt werden. Wer weniger und dafür bewusster konsumiert, hat am Ende des Monats mehr Geld in der Tasche oder kann sich bessere Produkte leisten.

Die Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg hat die Kampagne „Konsum-Check“ ins Leben gerufen. Sie soll die Diskussion über Lebensstile anregen und den Blick auf Konsumverantwortung richten. Dazu gibt es zahlreiche Anregungen und praktische Tipps für den Alltag.

Weitere Tipps, um das persönliche CO₂-Konto zu entlasten, finden Sie unter CO₂-Spartipps der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württembergs.

Außerdem empfehlenswert zum Thema ist die Klima-Buddy App. Mit dem „Klima Buddy“ steht Ihnen eine tierische Begleitung zur Seite, die Groß und Klein viel Freude macht und zum Einsparen von Ressourcen motiviert.

Hier finden Sie weitere Publikationen zum Thema zum Herunterladen.

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